Zurück

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Er kam den Bahnsteig entlang geschlendert, das weiß ich noch, an dem Tag zwischen Herbst und Winter. Ich trug einen Rock, der zu kurz war für meine Jahre, zu hohe Hacken, mit denen ich ihm nicht folgen konnte. Ich kannte ihn nicht. Nur sein Herz kannte ich, das einmal unter meiner Hand geschlagen hatte. Und seine Reden. Das Herz war wahr, die Reden nicht. Das wusste ich nicht, als er da ging, den Bahnsteig entlang … Seine Reden glänzten so schön.

Wir fuhren ein Stück in meinem Wagen, falsche Straßen gen Süden bis in den Nachmittag. Dann taten wir so, als liebten wir uns, in einem gemieteten Bett. Wir gaben unser Bestes. Tranken Bier, das nach Blumen roch und ließen der Nacht ihren Raum. Wir lachten sogar. Später, als er längst fort war, schrieb er etwas, das nach Sehnsucht klang. Da wusste ich immer noch nicht, dass seine Reden nicht stimmten.

Ich wartete. Drei oder vier Jahre.

Erst als er nicht kam, nie mehr, dann …

Neinnein, ich vertrau nicht keinem mehr. Ich halte nur Handlung gegen Gequatsche. Und verzieh ihm

nicht.

Über annekuhlmeyer

1961 in Leipzig geboren, lebt im Münsterland, schreibt Kriminalromane, Geschichten und dies: Blog: https://annekuhlmeyer.wordpress.com/
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2 Antworten zu Zurück

  1. twonovelists schreibt:

    Sehr schöne Worte und Melodien! Liebe Grüße, Cuervo

    Gefällt mir

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